Entstehung der Sammlung
Die Sammlung der historischen Palästinabilder der Theologischen Fakultät an der Humboldt Universität zu Berlin geht auf Hugo Greßmann zurück, der hier von 1907-1927 lehrte.
Erhalten sind ca. 2000 Glasplatten. Die Bilder hat Greßmann teilweise selber aufgenommen, teilweise aber auch bei professionellen Fotografen gekauft. Diese dürften meist auf Gustav Dalman und auf Teilnehmer der von ihm geleiteten Lehrkurse des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes zurückgehen. Hinzu kamen weitere Sammlungen aus unterschiedlichen Quellen, u. a. Reihen der American Colony. Dadurch wird eine interessante Vielfalt erreicht, da sich die einzelnen Institutionen unterschiedliche Schwerpunkte für ihre Motive gesetzt haben.
Gustaf Dalman war von 1902-1916 erster Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem. In seiner Beschäftigung mit der Landeskunde Palästinas hat er eine große Zahl von Bildern zusammengetragen, die Geografie und Leben im heiligen Land zu Anfang dieses Jahrhunderts illustrieren. Nach seiner Rückkehr arbeitete Dalman in Greifswald am Institut für biblische Landes- und Altertumskunde.
Greßmann hat im Jahr 1906 eine Palästinareise unternommen und war Mitarbeiter im genannten Deutschen Ev. Palästinainstitut. Schwerpunkte bei ihm sind u.a. Petra, Gerasa, Kultplätze und Altäre. Zwei persönliche Fotoalben aus Privatbesitz mit einer Vielzahl von Papierbildern zeichnen ein lebendiges Bild des Landes und seiner verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Darüber hinaus vermitteln sie auch einen Eindruck von den abenteuerlichen Reisebedingungen im Vorderen Orient zu Anfang unseres Jahrhunderts.
Die Serien der American Colony sind deswegen von besonderem Interesse, weil sich hier auch Bilder von zeitgenössischen Ausgrabungen befinden.
Erst 1994 konnten die Glasplattendias, die bis dahin an unterschiedlichen Stellen gelagert und kriegsbedingt größtenteils in einem besorgniserregenden Zustand waren, zusammengetragen und zentral gelagert werden. Daher liegt die genaue Herkunft eines erheblichen Teils der Sammlung im Dunkeln.
|
Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Eine vorläufige Liste ist bereits unter verfügbar (Bilderprojekt).Bisher sind vom Gesamtbestand etwa 800 Bilder erfaßt. Da die Bildbearbeitung sehr aufwendig ist und an den beteiligten Lehrstühlen "nebenbei" mitläuft, ist ein Termin für die Beendigung des Projekts noch nicht abzusehen.